1. Durchführung von Forschungsvorhaben
und wissenschaftlichen Veranstaltungen
Im Vordergrund aller Aktivitäten steht das Bemühen um eigene wissenschaftliche Arbeiten der Gesellschaft, einzelner Sektionen und Arbeitsgemeinschaften sowie einzelner Mitglieder. Neben einer qualifizierten Grundlagenforschung müssen die von den klassischen Naturheilverfahren beanspruchten Indikationen nach modernen klinischen und biomathematischen Methoden evaluiert und dokumentiert werden. Nachdem bisher kaum öffentliche oder staatlich geförderte Institutionen für wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung stehen und auch mit wenig Forschungsförderung durch interessierte Industrien gerechnet werden kann, wird sich die Gesellschaft in hohem Maße um neue institutionelle und finanzielle Ressourcen für wissenschaftliche Arbeit bemühen müssen.
Gleichzeitig soll die Gesellschaft ein Forum für wissenschaftlichen Austausch, Diskussion und gegenseitige Anregung bieten. Hierzu sollen wissenschaftliche Kongreßveranstaltungen und Sitzungen einzelner Arbeitsgemeinschaften organisiert und durchgeführt werden. Es sollen wissenschaftliche Kontakte zu inhaltlich nahestehenden Gesellschaften aus dem Bereich der anerkannten naturwissenschaftlichen Medizin hergestellt und gepflegt werden (z.B. Ernährungs- und Adipositasforschung, Sportmedizin, Phytotherapie, Physikalische Medizin und Kurortmedizin) wie auch zu nahestehenden und befreundeten Gesellschaften aus dem Bereich der bisher unkonventionellen medizinischen Richtungen. Mit diesen können manche Gesichtspunkte und Methoden der Naturheilkunde gemeinsam bearbeitet werden.
2. Förderung der studentischen Ausbildung
Ein wichtiges Aufgabengebiet besteht in der Entwicklung und Förderung akademischer Lehre für die Studenten. Die Gesellschaft soll sich um gute klinische und wissenschaftliche Kontakte zu universitären Einrichtungen der jeweiligen Länder bemühen. Es müssen persönliche und wissenschaftliche Vorurteile abgebaut werden, wichtige Elemente klassischer Naturheilkunde sollen in die sogenannte Hochschulmedizin integriert bzw. wieder integriert werden.
Die Europäische Gesellschaft soll Curricula mit theoretischen und praktischen Angeboten entwickeln, welche von den Universitäten akzeptiert werden und ideologische sowie Gegensätze und Zerwürfnisse vermeiden bzw. überwinden können. Unterrichtsprogramme sollen nach pädagogischen Gesichtspunkten evaluiert werden, aus dieser Arbeit werden sich Themen für die akademische Prüfung ergeben.
Von hervorragender Bedeutung ist die Einrichtung selbständiger wissenschaftlicher Arbeitsgruppen z.B. auf dem Niveau selbständiger Lehrstühle. Diese geben dem Fach Gelegenheit, an universitärer wissenschaftlicher Arbeit zu partizipieren mit den üblichen Möglichkeiten selbständiger wissenschaftlicher Arbeit, kritischer Auseinandersetzung und Ausbildung eines eigenen akademischen Nachwuchses.
3. Ärztliche Weiterbildung
In der Ärzteschaft besteht ein großes Interesse an Fortbildung auf dem Gebiet klassischer Naturheilkunde und einiger nahe stehender medizinischer Richtungen. In einigen Ländern wurden bereits Curricula und Möglichkeiten einer zusätzlichen Qualifikation für Ärzte erarbeitet.
Die Europäische Gesellschaft soll sich um eine Harmonisierung zumindest im Bereich der Europäischen Union bemühen. Wichtige Fragestellungen betreffen die Formulierung einzelner Lehrinhalte, das Prüfungssystem und damit auch Möglichkeiten einer Qualifikation. Hierbei sind sowohl theoretische Lehrangebote wie auch Möglichkeiten einer praktischen Ausbildung zu berücksichtigen. Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben sollen gemeinnützige Akademien ohne eigenes Profitstreben und Kursangebote möglichst in Zusammenarbeit mit den Universitäten eingerichtet werden.
4. Vertretung klassischer Naturheilkunde in der
Öffentlichkeit und im öffentlichen Gesundheitswesen
Die Öffentlichkeit soll über Inhalte, Grundlagen und Möglichkeiten klassischer Naturheilkunde regelmäßig informiert werden. Insbesondere in Bereichen der öffentlichen und privaten medizinischen Versorgung (Krankenhäuser und Kliniken, Einrichtungen in der Rehabilitations- und Kurortmedizin, Einrichtungen und Initiativen zur allgemeinen gesundheitlichen Prävention), aber auch bei den Krankenkassen und übrigen Versorgungsträgern bestehen erhebliche Unsicherheiten zu den Möglichkeiten und Bedingungen klassischer Naturheilkunde. Die Europäische Gesellschaft soll sich für kompetente Auskünfte und Beratungen zur Verfügung stellen.
Auch hierbei sollen ausschließlich gemeinnützige Inhalte und Ziele verfolgt werden, finanzielle Vorteile werden an keiner Stelle angestrebt.